Was kostet eine bKV? Beiträge, Leistungen & Nutzen für Arbeitgeber
Eine betriebliche Krankenversicherung kann ein kleiner Zuschuss zu Gesundheitskosten sein oder ein umfangreiches Versorgungspaket. Entscheidend ist deshalb nicht allein der Monatsbeitrag, sondern welche Leistungen Ihre Mitarbeitenden tatsächlich erhalten.
Mein Beratungsschwerpunkt liegt auf umfassenden Konzepten. Für eine erste Budgetplanung können beispielsweise 14 bis 130 Euro pro Mitarbeiter und Monat angesetzt werden. Das ist ein Orientierungsrahmen, kein verbindlicher Tarifpreis. Die tatsächlichen Beiträge ergeben sich aus dem gewählten Leistungsumfang und dem individuellen Angebot.
Wovon hängen die Kosten ab?
Eine bKV lässt sich unterschiedlich gestalten. Budgettarife stellen Mitarbeitenden einen jährlichen Betrag für festgelegte Gesundheitsleistungen zur Verfügung. Andere Konzepte kombinieren einzelne Bausteine, etwa für Zahnversorgung oder Krankenhausbehandlungen.
Für einen sinnvollen Vergleich sollten Unternehmen fragen:
Welche Leistungen sind versichert?
Welche Erstattungsgrenzen und Höchstbeträge gelten?
Welche Voraussetzungen bestehen für die Aufnahme?
Wie werden Vorerkrankungen und laufende Behandlungen behandelt?
Welche zusätzlichen Kosten entstehen durch Steuern und Sozialabgaben?
Auch ein kleineres Budget kann einen spürbaren Nutzen bieten. Ein umfangreicheres Paket kommt infrage, wenn Arbeitgeber über einzelne Zuschüsse hinaus zusätzliche Versorgung ermöglichen möchten.
Was kann ein umfangreiches Gesundheitspaket enthalten?
Je nach Tarif und Kombination sind beispielsweise folgende Leistungen möglich:
privatärztliche Behandlung und Zweibettzimmer im Krankenhaus
Leistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz
ein Gesundheitsbudget für vereinbarte Ausgaben, etwa Sehhilfen oder Heilmittel
zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitsservices
Nicht jede Kombination enthält alle Leistungen. Auch „bis zu 100 Prozent Erstattung“ bedeutet nicht automatisch, dass jede Rechnung vollständig übernommen wird. Maßgeblich sind unter anderem Leistungsgrenzen, anrechenbare Vorleistungen und die Tarifbedingungen.
Wir besprechen deshalb vor dem Abschluss nicht nur die Vorteile, sondern auch die Grenzen des jeweiligen Angebots.
Ist eine Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung möglich?
Viele bKV-Konzepte ermöglichen unter bestimmten Voraussetzungen eine Aufnahme ohne individuelle Gesundheitsprüfung. Das kann den Zugang zu zusätzlichem Versicherungsschutz erleichtern.
Daraus folgt jedoch keine uneingeschränkte Leistungsgarantie. Ob Vorerkrankungen, bereits angeratene oder begonnene Behandlungen sowie einzelne Leistungen eingeschlossen sind, muss anhand des konkreten Tarifs geprüft werden. Dasselbe gilt für mögliche Wartezeiten.
Wie wird eine bKV versteuert?
Arbeitgeberfinanzierter Versicherungsschutz kann bei entsprechender Gestaltung als Sachbezug behandelt werden. Unter den jeweiligen Voraussetzungen kommt die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 50 Euro infrage. Andere Sachbezüge, die unter dieselbe Freigrenze fallen, müssen mitgerechnet werden.
Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Wird sie überschritten, bleibt nicht automatisch ein Anteil von 50 Euro steuerfrei.
Bei höheren Beiträgen kommen je nach Gestaltung unterschiedliche steuerliche Verfahren in Betracht. Eine pauschale Besteuerung ist nicht in jedem Fall möglich. Auch die sozialversicherungsrechtliche Behandlung ist gesondert zu prüfen.
Die Beiträge sind für Arbeitgeber grundsätzlich als Betriebsausgaben berücksichtigungsfähig. Die konkrete Umsetzung stimmen Sie mit Ihrer Steuerberatung oder Lohnbuchhaltung ab. Auf Wunsch begleite ich diese Abstimmung.
bKV oder Gehaltserhöhung: Was ist sinnvoller?
Eine Gehaltserhöhung und eine bKV erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse. Mehr Gehalt ist frei verfügbar. Eine bKV bietet zusätzlichen Versicherungsschutz für vereinbarte Gesundheitsleistungen.
Ein pauschaler Kostenvergleich wäre irreführend: Die Arbeitgeberkosten hängen unter anderem von der steuerlichen Gestaltung, Sozialabgaben und der individuellen Gehaltssituation ab. Ein Versicherungsbeitrag von 100 Euro ist zudem nicht mit 100 Euro zusätzlichem Nettogehalt gleichzusetzen.
Sinnvoll ist deshalb eine konkrete Gegenüberstellung: Was kostet die jeweilige Lösung insgesamt, was erhalten Beschäftigte dafür und was passt zu Ihrer Personalstrategie?
Welches Konzept passt zu Ihrem Unternehmen?
Eine bKV kann Ihr Angebot als Arbeitgeber aufwerten und Wertschätzung sichtbar machen. Sie garantiert aber weder weniger Kündigungen noch kürzere Krankheitszeiten. Ihr Nutzen hängt auch davon ab, ob die Leistungen zur Belegschaft passen und verständlich erklärt werden.
Gemeinsam betrachten wir Ihre Mitarbeiterzahl, Ihr Budget und die gewünschten Leistungen. Auf dieser Grundlage erhalten Sie ein konkretes Angebot; steuerliche Fragen klären wir in Abstimmung mit Ihrer Steuerberatung.
Beitragsangaben dienen der Orientierung. Maßgeblich sind das individuelle Angebot und die Tarifbedingungen. Allgemeine Information, keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.