Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter? Ehrliche Zahlen für Arbeitgeber
Der Markt für betriebliche Krankenversicherungen beginnt bei rund 6 Euro pro Mitarbeiter und Monat und reicht bis etwa 130 Euro. Dazwischen liegen zwei grundverschiedene Produkte. Ich berate im Premiumbereich ab etwa 100 Euro und dieser Beitrag erklärt, warum.
Was kostet eine bKV am Markt?
Einstiegstarife mit kleinem Gesundheitsbudget starten unter 10 Euro pro Mitarbeiter und Monat, solide Budgettarife liegen bei 20 bis 50 Euro. Premiumpakete mit großem Budget und stationären Bausteinen kosten 100 bis 130 Euro (Marktübersicht verschiedener Anbieter, gerundete Werte, Stand Juli 2026).
Die Einstiegstarife haben ihre Berechtigung. Ein Mitarbeiter mit einem 300-Euro-Jahresbudget bekommt eine Zahnreinigung und einen Zuschuss zur Brille. Das ist ein netter Zusatz. Ein Grund, beim Arbeitgeber zu bleiben oder sich dort zu bewerben, ist es aus meiner Erfahrung selten.
Was bekommt man im Premiumbereich?
Ab rund 100 Euro reden wir über ein anderes Produkt: Wahlarztbehandlung und Zweibettzimmer im Krankenhaus, Zahnersatz bis 100 Prozent und ein großes Gesundheitsbudget.
Dieses Paket würden sich die meisten Mitarbeiter privat nie abschließen, viele könnten es wegen Gesundheitsprüfung oder laufender Behandlungen auch gar nicht mehr. In der bKV entfällt bei den üblichen Konzepten die Gesundheitsprüfung, auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen werden aufgenommen. Für einzelne Leistungen wie Zahnersatz können je nach Tarif Wartezeiten gelten, die Details gehen wir vor Abschluss gemeinsam durch.
Gedacht ist das für Unternehmen, die Fachkräfte halten oder gewinnen müssen: Kanzleien, Praxen, Agenturen, Mittelständler mit Schlüsselpositionen.
Wie wird die bKV versteuert?
Bis 50 Euro pro Mitarbeiter und Monat kann eine bKV unter bestimmten Voraussetzungen als Sachbezug steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben, etwa wenn sie zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt wird und die Freigrenze nicht schon durch andere Sachbezüge belegt ist.
Premiumpakete liegen über dieser Freigrenze. Der Beitrag wird dann versteuert, je nach Gestaltung pauschal oder über die Lohnabrechnung, teilweise fallen auch Sozialabgaben an. Das ist kein Nachteil des Modells, es muss nur von Anfang an sauber aufgesetzt sein. Für Sie als Arbeitgeber sind die Beiträge in der Regel Betriebsausgaben. Die verbindliche Umsetzung klären Sie mit Ihrem Steuerberater, ich stimme mich in der Einrichtung direkt mit ihm ab.
bKV oder Gehaltserhöhung: was rechnet sich?
Beispielrechnung mit gerundeten Werten: Damit bei einem Mitarbeiter 100 Euro netto im Monat ankommen, brauchen Sie je nach Steuerklasse grob 180 bis 200 Euro brutto. Mit Ihren Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung kostet Sie das über 220 Euro im Monat. Und der Betrag verschwindet beim Mitarbeiter im Gehaltsrauschen.
Eine Premium-bKV für 100 bis 130 Euro kostet Sie auch nach Steuern deutlich weniger und liefert etwas, das der Mitarbeiter konkret erlebt: das Zweibettzimmer mit Wahlarzt, wenn es ernst wird, den Zahnersatz ohne Rechnung, das Gesundheitsbudget beim Optiker. Gehalt vergleicht jeder Bewerber in 10 Sekunden. Ein Gesundheitspaket dieser Klasse hat der nächste Arbeitgeber meistens nicht.
Sie wirkt außerdem auf die Ausfallzeiten: Je schneller Beschäftigte an Facharzttermine und Diagnostik kommen, desto seltener werden aus 4 Wochen Ausfall 40. Warum das ab 2027 an Gewicht gewinnt, steht in unserem Beitrag zur Teilkrankschreibung.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Ein Betrieb mit 10 Mitarbeitern investiert im Premiumbereich etwa 1.000 bis 1.300 Euro im Monat. Rechnen Sie das als Investition: gegen die Kosten einer unbesetzten Stelle, einer Kündigung in einer Schlüsselposition oder einer Gehaltsrunde, die verpufft.
Ich bin Daniel von mamesa, Allianz Generalvertretung in Berlin. Ich rechne Ihnen durch, welches Paket zu Ihrer Mitarbeiterzahl passt und was es nach Steuern wirklich kostet. Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts.
FAQ zu den bKV-Kosten
Was kostet eine bKV pro Mitarbeiter? Am Markt zwischen rund 6 und 130 Euro pro Monat, je nach Budget und Bausteinen. Premiumpakete mit stationären Leistungen liegen bei 100 bis 130 Euro.
Ist die bKV steuerfrei? Bis 50 Euro monatlich unter Voraussetzungen als Sachbezug, darüber wird versteuert. Die Details gehören zum Steuerberater.
Gibt es eine Gesundheitsprüfung? Bei den üblichen bKV-Konzepten nicht, auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen werden aufgenommen. Für einzelne Leistungen können Wartezeiten gelten.
Stand: Juli 2026. Allgemeine Information, keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Beitragsangaben sind Orientierungswerte verschiedener Anbieter, maßgeblich sind das individuelle Angebot und die Tarifbedingungen.