Reinhold Rogowski
Generalvertretung

Info Besitzwechsel

Firmenübergabe ohne Fallstricke

Wenn Tochter oder Sohn nicht in die Nachfolge der Unternehmensführung einsteigen, muss sich der Firmenchef beizeiten umsehen. Die Übergabe des Lebenswerks will genau organisiert sein.

Wenn der Sohn zum Firmenchef wird
 

Idealfall für Firmennachfolge: Die Familie stellt den neuen Chef

Der geeignete Nachfolgekandidat für einen Familienbetrieb kommt im besten Fall aus den eigenen Reihen. Für die Weitergabe des Unternehmens an die nächste Generation oder die besten Führungskräfte im Haus bieten sich bewährte Modelle an.

Welcher König reicht schon gern das Zepter an seinen Nachkommen weiter? Auch die Chefs von Unternehmen in Familienbesitz tun sich schwer damit, einen Nachfolger zu installieren - dessen Qualitäten sich erst erweisen müssen. Plagt sich der Senior mit solchen Vertrauensfragen, hat der Junior womöglich ganz andere Interessen, als in den väterlichen Betrieb einzusteigen.

Emotionale Konflikte sind deshalb nach Expertenmeinung die Ursachen von rund drei Viertel der gescheiterten Firmenübernahmen. Kaufmännische Fehler bilden dagegen eher die Ausnahme. Wenn die familiäre Lösung ausscheidet, sollte rasch eine Alternative entwickelt werden. Wichtig dabei ist, dass sich der Unternehmer über die Form der Übergabe rechtzeitig im Klaren ist.

Verschiedene Modelle

Für die Übertragung von Unternehmen gibt es eine Reihe von Modellen, die sich je nach Interessenlage zwischen Senior und Junior (oder Verkäufer und Käufer) abstimmen lassen. Top-Favorit - schon um das Firmenvermögen beisammenzuhalten - ist die interne Nachfolge, bei der Familienmitglieder oder Mitarbeiter des eigenen Unternehmens ans Ruder kommen.

Der Kronprinz wird zum Entscheider

Für die interne Übertragung des Unternehmens gibt es eine Reihe von Möglichkeiten: bei der Familiennachfolge das Erbe, die vorweggenommene Erbfolge oder die schrittweise Übertragung durch eine Personen- oder Kapitalgesellschaft. Auch wenn das Management den Betrieb übernimmt, bieten sich verschiedene Varianten an.

Konzepte für interne Übertragungsmodelle

Schenkung an den Nachwuchs

Wenn der Nachwuchs aus der eigenen Familie kommt, wird in der Regel der Betrieb an den Nachfolger im Rahmen einer Schenkung vergeben. Bei der vorweggenommenen Erbfolge, die von einem Notar beglaubigt wird, handelt es sich um eine unentgeltliche Übertragung eines Unternehmens von den Eltern auf die Kinder.

Doch auch da mischt sich das Finanzamt mit der Schenkungssteuer ein. Allerdings sind hier in der Regel die Freibeträge so hoch angesetzt, dass der Beschenkte mit einem geringen Steuerbetrag davonkommt. Eine andere Lösung ist, dem Nachfolger das Unternehmen nicht zu schenken, sondern zur Alterssicherung den alten Eigentümer mit wiederkehrenden Leistungen auszustatten. Dann sind monatliche Ratenzahlungen an den ehemaligen Firmenchef zu zahlen.

Schrittweise Übertragung durch Personen- oder Kapitalgesellschaft

Ganz anders ist die Situation, wenn dem Nachfolger aus der Familie die Firma schrittweise übertragen werden soll. Vor allem dann, wenn der Vater erst nach einigen Jahren seinem Sohn den Chefposten überlassen will, ihm aber bereits eine Teilverantwortung übertragen möchte, bietet sich die Gründung einer Personen- oder Kapitalgesellschaft an. Die schrittweise gesellschaftsrechtliche Beteiligung ist innerhalb der Familie der klassische Weg einer Firmenübertragung.

Besonders geeignet sind dabei - als Personengesellschaft - die Kommanditgesellschaft (KG) und - als Kapitalgesellschaft - die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Diese beiden Formen ermöglichen eine Haftungsbeschränkung des neu eintretenden Gesellschafters und können unproblematisch errichtet werden. Erbschafts- und schenkungssteuerlich wird die Personengesellschaft besser behandelt als die Kapitalgesellschaft. Welche Rechtsform am besten geeignet ist, hängt aber jeweils vom Einzelfall ab.

Wird beispielsweise eine KG gegründet, können Gesellschaftsanteile in Form einer Schenkung an den Junior übertragen werden. Er kann durch seine Beteiligung außerdem Kapital ansparen und damit weitere Anteile erwerben. Der Senior hat zunächst noch maßgeblichen Einfluß auf die Unternehmensführung. Schließlich gehen nach Jahren die Anteile komplett auf den Nachfolger über, damit er das Firmeneigentum übernehmen kann.

Management-Buy-out

Die Übernahme des Unternehmens durch leitende Angestellte ist für Unternehmen jeder Rechtsform möglich. Beim Management-Buy-out (MBO) kaufen Führungskräfte die Firma und übernehmen als Kapitaleigner auch die Geschäftsführung. Zudem bleibt das Unternehmen in der bestehenden Form erhalten. Beim MBO wird in der Regel ein hoher Fremdkapitaleinsatz benötigt.

Hier kommen öffentliche Förderprogramme, Bankenfinanzierung oder Verkäuferdarlehen zum Tragen. Zusätzlich können auch Investmentberater und Wagnisfinanzierer engagiert werden. Wichtig ist dabei, dass der Kapitaldienst den laufenden Finanzbedarf des Unternehmens nicht behindert. Der Vorteil dieser Übertragungsmethode ist, dass die Nachfolger ihr Unternehmen und den Markt sehr genau kennen.

Unternehmensnachfolger problemlos finden
 

Nachfolge an der Firmenspitze – perfekt organisiert

Die Übergabe eines Unternehmens muss für familieneigene oder fremde Nachfolger genau geregelt sein. Käufer und Verkäufer sollten sich schon früh einigen und einen festen Zeitplan einhalten.

Bei mehr als 50 Prozent der Unternehmen, bei denen die Nachfolge zu regeln ist, sollen Familienmitglieder das Steuer übernehmen. Dabei kommt es nur selten zum Verkauf der Firma an Sohn oder Tochter. Meistens verschenkt der Eigentümer sein Unternehmen an die Nachkommen oder lässt sich dafür regelmäßige Zahlungen überweisen. Das hat das Institut für Mittelstandsforschung herausgefunden.

Schwieriger Akt: Nachfolger aus der Familie

Das Besondere an der Übertragung an ein Kind des Unternehmers ist die emotionale Bindung, die sehr häufig Vernunftgründe verdrängt. Doch die Familiennachfolge wird damit zu einem schwierigen Kapitel. Denn die Erwartungen an den „Newcomer“ sind höher als bei Familienfremden. Wichtig ist dabei, den auserkorenen Nachfolger nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen. Die Familie muss vielmehr alle möglichen Varianten und Pläne diskutieren. Nur so steht am Ende eine Lösung, bei der alle Betroffenen tatsächlich einbezogen werden.

Das Finanzamt kassiert bei verschenktem Betrieb mit

Bei der kostenlosen Übergabe eines Unternehmens von den Eltern an die Kinder kommt die Schenkungssteuer zum Zuge. Wenn Betriebsvermögen - ein Einzelunternehmen oder ein Personengesellschaftsanteil - übertragen wird, erlaubt das Erbschaft- und Schenkungssteuergesetz einen Freibetrag von 256.000 Euro. Liegt das Betriebsvermögen höher, so gilt ein zusätzlicher Abschlag von 40 Prozent. Allerdings muss der Beschenkte das ihm übertragene Unternehmen fünf Jahre lang fortführen. Alle zehn Jahre können diese Freibeträge für Betriebsvermögen in Anspruch genommen werden, daher lassen sich pro Jahrzehnt etwa 597.000 Euro Betriebsvermögen auf ein Kind übertragen.

Wenn die Mitarbeiter die Firma kaufen

In vielen Fällen gibt es im Familienkreis keinen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge im Unternehmen. Dann sollte der Firmenchef unter den leitenden Mitarbeitern Ausschau halten. Das Problem bei MBO/MBI (Management-Buy-out/Management-Buy-in) ist, dass die finanziellen Möglichkeiten der angestellten Führungskräfte meist nicht ausreichen.

Allerdings bieten sie im Gegenzug ideale Voraussetzungen: berufliche Erfahrung, Vertrautheit mit den Besonderheiten des Unternehmens, den Mitarbeitern, Märkten und dem Wettbewerb. In diesem Fall soll der Firmenkauf aus den Erträgen des zu erwerbenden Unternehmens finanziert werden. Die Käufer haben zwar keine ausreichende Bonität, um den kompletten Kaufpreis vorzulegen, aber das Vertrauen in die Finanzierungskraft der übernommenen Firma reicht aus. In der Regel finanziert die Bank den Kaufpreis vor. Der Verkäufer wiederum lässt ein langfristiges Zahlungsziel, aufgeteilt in Ratenzahlungen, zu.

Führungswechsel: Wenn der Neue von außen kommt
 

Newcomer an der Unternehmensspitze müssen ihren Kurs finden

Der externe Nachfolger des Firmenchefs muss sich anfangs oft mit eingeschränktem Entscheidungsspielraum begnügen. Für die Einarbeitung bieten sich unterschiedliche Lösungen an, je nachdem, ob es um eine GmbH, eine Aktiengesellschaft oder um die Verpachtung eines Betriebs geht.

Entschließt sich ein Unternehmer dazu, das Eigentum an seiner Firma zu behalten, aber die Führung abzugeben, kann er drei Varianten wählen. Er setzt einen Fremdgeschäftsführer ein, gründet eine Aktiengesellschaft oder verpachtet den Betrieb.

Diese Modelle bieten sich an, wenn der Nachfolger aus der Unternehmerfamilie seine Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht übernehmen kann oder keine Einigung über den „Kronprinzen“ besteht. Doch die Suche nach einem externen Manager wird vor allem dann drängend, wenn aus der Familie kein geeigneter Kandidat zu rekrutieren ist.

Entscheidend sind die Gesellschafter

Eine besonders aufwendige Form der Firmenübertragung stellt die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft dar. Durch die geschickt gestreute Vergabe von Aktiengattungen wie stimmrechtlose Vorzugsaktien und Stammaktien lassen sich die Entscheidungswege bei der Unternehmensführung bestimmen. Und das Beste daran ist der Zugang zum Eigenkapitalmarkt.

Pacht macht wenig Sorgen

Die einfachste und problemloseste Methode, die Zügel im Unternehmen auf Zeit aus der Hand zu geben, ist die Verpachtung. Eine Vorschrift für die Vertragsform gibt es nicht, ein schriftlicher Vertrag sollte aber in jedem Fall geschlossen werden.

Das Finanzamt rechnet mit
 

Steuertipps für den Firmenchef

Ob vererben oder verkaufen: Das Finanzamt ist immer dabei, wenn ein Unternehmer seinen Betrieb an den Nachfolger übergibt. Folgende Grundsätze müssen Seniorchefs beachten.

Es gibt mehr als eine Handvoll Wege, um ein Unternehmen an einen Nachfolger zu übertragen. Bei allen Strategien kassiert der Staat in unterschiedlicher Höhe mit. Nicht jedes Modell hält daher der Überprüfung durch den Steuerberater stand. Denn die Vorschriften sind kompliziert - für den, der den Betrieb übergibt, ebenso wie für den, der ihn übernimmt.

Erben und verschenken

Wer erbt oder beschenkt wird, unterliegt mit seinem hinzugewonnenen Vermögen der Erbschaft- und Schenkungssteuer. Eingeschlossen sind ebenfalls Vorleistungen an Erben, die das Unternehmen nicht leiten wollen. Zu ihnen gehören beispielsweise Abfindungen für den Verzicht auf Pflichtteile. Anders als bei Privatvermögen hat der Verwandtschaftsgrad keinen Einfluss auf die Steuerklasse und die Höhe des Freibetrags.

Verkaufen

Der Verkauf eines Unternehmens betrifft steuerlich meist beide Parteien. Wer veräußert, muss die Erlöse in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Gleichzeitig kann der Erwerber seine Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen steuermindernd geltend machen. Vor Vertragsschluss sollten die Beteiligten daher analysieren, welche Lösung aus finanzieller Sicht optimal ist.

Zur Sicherung ihrer Altersvorsorge erhalten scheidende Unternehmer, die 55 Jahre oder älter sind, einmal im Leben folgende Vergünstigung: Bei einem Veräußerungsgewinn unter 154.000 Euro wird ein einmaliger Freibetrag in Höhe von 51.200 Euro gewährt (früher: 60.000 Mark). Liegt der Verkaufsgewinn höher, vermindert sich der Freibetrag entsprechend. Erlöse, die die Freigrenze übersteigen, unterliegen nur dem halben Steuersatz. Für viele Firmenchefs wird dadurch ein Verkauf wieder attraktiv.

Firmenverkauf: Strategien für Steuersparer
 

Firmenübergabe: Wie man Steuern sparen kann

Unternehmen verkaufen oder erben wird teuer, wenn das Finanzamt zur Kasse bittet. Sparstrategien lassen die Steuerlast schrumpfen – etwa mit Schenkungen und der Übergabe auf Raten.

Unternehmern fällt es in der Regel schwer, sich von ihrem Lebenswerk, dem eigenen Betrieb, zu trennen. Wenn dann beim Verkauf auch noch hohe Steuerzahlungen drohen, ist den Seniorchefs der Ausstieg völlig verleidet. Ähnlich frustrierend ist es für Erben, einen Betrieb zwar übernehmen zu wollen, aber die anfallende Erbschaftsteuer nicht begleichen zu können. Die drohende Steuerlast muss jedoch nicht zwangsläufig Nachfolge und Altersvorsorge des Seniorchefs gefährden. Der Gesetzgeber lässt genügend Möglichkeiten, um Testament und Kaufvertrag steuerlich zu optimieren.

Erbschaft verteilen

Eine der einfachsten Formen, potenziellen Erben später Steuern zu ersparen, ist es, den Nachlass auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Dank der größeren Summe an persönlichen Freibeträgen, die die anteiligen Freibeträge für das Betriebsvermögen ergänzen, bleibt ein Großteil des vererbten Betriebsvermögens steuerfrei.

Schenken in Raten

Freibeträge lassen sich auch von einer Person mehrfach nutzen. Dies gilt, wenn der Firmeneigner Unternehmensanteile in mehreren Etappen an Angehörige oder Nachfolger jeweils nach Ablauf von mindestens zehn Jahren schenkt.

Verkaufen auf Raten

Anstatt das Unternehmen gegen Einmalbetrag zu verkaufen, haben Seniorchefs die Möglichkeit, die Firma gegen Rente an ihren Nachfolger zu veräußern. Dabei sind jedoch Mindestlaufzeiten für den Rentenvertrag zu beachten. Ferner ist es ratsam, die Ratenzahlung durch eine Lebensversicherung abzusichern. Da die Finanzgerichte nicht alle Varianten des Rentenmodells anerkennen, ist der Gang zum Steuerberater unverzichtbar.

Lebensversicherungen

Der Betrieb ist meist die einzige Einkommensquelle der Familie. Um sie finanziell abzusichern, schließen Unternehmer häufig Lebensversicherungen ab. Wer sie richtig gestaltet, senkt die Steuerlast der Begünstigten.

Ein Beispiel: Die Versicherung ist auf das Leben des Unternehmers ausgestellt. Er ist damit die versicherte Person. Vertragspartner der Versicherung ist die Ehefrau des Firmenchefs. Sie ist die Versicherungsnehmerin, zahlt die Beiträge und ist im Vertrag als Bezugsberechtigte eingesetzt. In diesem Fall ist keine Erbschaftsteuer zu zahlen, falls der Unternehmer stirbt und die Versicherungsleistung an die Ehefrau geht.

Steuern sparen lassen sich auch bei folgender Konstellation: Der Vererber, also der Firmenchef, schließt als Versicherungsnehmer eine Kapitallebensversicherung oder eine Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht ab. Er zahlt die Beiträge und ist für den Todes- und Erlebensfall bezugsberechtigt. Der Erbe hingegen ist die versicherte Person. Stirbt nun der Firmenchef, lässt sein Tod den Fortbestand des Versicherungsvertrages unberührt. Der Erbe tritt in die Rechtsstellung des Versicherungsnehmers. Der Clou: In diesem Fall wird der Nachlass nur mit zwei Drittel der eingezahlten Beiträge steuerlich bewertet. Investmentpapiere dagegen werden mit dem Rückkaufswert am Todestag bewertet, Bargeld und Bankguthaben mit dem Nennwert.

Vertragsmodelle und steuerliche Folgen

Lebensversicherung und Erbschaftssteuer
(bei Tod der versicherten Person)
Vertragsmodell Steuerliche Folgen
Versicherte Person:
Versicherungsnehmer:
Bezugsberechtigter:
Beitragszahler:
Unternehmer
Unternehmer
Ehefrau
Ehefrau
Versicherungssumme steuerpflichtig
Versicherte Person:
Versicherungsnehmer:
Bezugsberechtigter:
Beitragszahler:
Unternehmer
Ehefrau
Ehefrau
Ehefrau
Versicherungssumme steuerfrei
Verbundene Lebensversicherung
von Ehegatten:
Eheleute sind jeweils Mitversicherungsnehmer. Das Leben des zuerst sterbenden Ehegatten ist versichert.Hälfte der Versicherungssumme steuerpflichtig
Externe Nachfolge: So bleibt die Firma bestehen
 

Firmenverkauf als Zukunftssicherung

Für die externe Unternehmensnachfolge bildet ein durchdachter Kaufvertrag die grundlegende Basis. Die Gründung einer Stiftung bietet sich an, wenn bei Unternehmern ohne Erben das Vermögen für die Zukunft gesichert werden soll.

Wenn kein Nachfolger in der Familie zu finden ist, drängen sich externe Lösungen auf. Durch einen Verkauf wechselt der Eigentümer. Eine weitere Variante ist die Einrichtung einer Stiftung.

Fortbestand des Lebenswerks sichern

Der verkaufswillige Unternehmer muss sich über seine Absichten im Klaren sein. Geht es ihm nur um eine rasche Geldbeschaffung, oder ist es ihm wichtig, sein Lebenswerk an einen verantwortungsbewussten Käufer abzugeben, dem die weitere Entwicklung der Firma ein echtes Anliegen ist.

Warten, bis der richtige Käufer kommt

In jedem Fall ist ein planvolles Vorgehen wichtig. Experten empfehlen einen Prüfzeitraum von drei bis fünf Jahren. Denn je aufwendiger die Suche nach dem passenden Käufer betrieben wird, desto höher ist die Chance, eine Fortführung der Firma sicherzustellen. Doch nur zu oft werden die Absichten des Verkäufers von der Realität überholt. Typischer Fall: Der auserkorene Käufer ist ein Konkurrent. Bei richtiger Vorbereitung und Planung ist ein hoher Verkaufspreis zu erzielen - gewiss im Sinne des Verkäufers. Die Schattenseite: Nur zu oft bedeutet diese Entscheidung das endgültige Aus für das langjährig erfolgreiche Unternehmen in seiner bisherigen Form.

Was geschieht mit der verkauften Firma?

Mit der Übernahme will der neue Eigentümer oftmals seine Marktposition ausbauen. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. So kommt es vor, dass das übernommene Unternehmen regelrecht ausgeschlachtet wird. Kundenstamm, Know-how, innovative Fertigungsverfahren und Maschinen wandern ab; schließlich wird die geschäftliche Tätigkeit der Firma eingestellt. Das kann nicht im Sinne des Verkäufers sein.

Kein Milliardengeschenk für das Finanzamt

Weil keine Erben vorhanden oder diese im Testament nicht berücksichtigt sind, würden rund zwei Milliarden Euro an Vermögen in Deutschland nach dem Tode der Eigentümer an das Finanzamt fallen. Durch die Gründung einer Stiftung lässt sich dieses Milliardengeschenk verhindern. Unternehmer, die keine Nachkommen bestimmen können, sollten ihren Nachlass daher schon zu Lebzeiten genau ordnen.

Immer mehr Kronprinzen gesucht
 

Nachfolge: Ein ungeklärter Fall

Die Gründergeneration deutscher Familienbetriebe tritt meist ohne Nachfolger ab. Schnell gerät das Unternehmen in finanzielle Schieflage. Systematische Vorsorge verhindert dies.

Nachfolge ist für die meisten Unternehmer ein Tabuthema. Möglichst lange schieben sie die notwendigen Entscheidungen auf. Die Firmenchefs gefährden jedoch mit ihrem Zögern die Existenz ihres Betriebs. Stirbt der Unternehmer oder wird er berufsunfähig, fehlt oft ein geeigneter Nachfolger in der Familie. Diese Sorge betrifft nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM)
57,5 Prozent aller von 1999 bis 2004 zu übergebenden Betriebe in Deutschland.

Das Anforderungsprofil

Unternehmer sollten daher ihr Abtreten und die Nachfolge frühzeitig vorbereiten. Hat der Seniorchef einen Zeitpunkt für den Wechsel festgelegt, kann er bis zum Tag X einen Ablaufplan entwickeln. Ganz am Anfang steht das Profil des potenziellen Kronprinzen. Um dies zu erstellen, ist es ratsam, einen neutralen Berater einzuschalten. So wird vermieden, dass vorschnell einem Familienmitglied oder Mitarbeiter mit zu geringer Qualifikation die Verantwortung für den Betrieb zufällt.

Im Steckbrief für den Nachfolger sind Kriterien wie Berufserfahrung, Branchenkenntnis, fachliche Qualifikation und Persönlichkeit aufzuführen. Das so entwickelte Profil muss nicht nur die Anforderungen der Gegenwart, sondern auch die der Zukunft erfüllen. Aufgaben, die jetzt noch beim Unternehmer liegen, könnten beispielsweise bei Übergabe des Chefsessels auch andere Führungskräfte im Betrieb wahrnehmen. Entsprechen die Kriterien für den künftigen Chef nicht mehr dem neuesten Stand, sind diese anzupassen.

Externe Suche

Hat sich der Altunternehmer entschieden, einen externen Nachfolger in den Betrieb zu holen, lohnt sich der Einsatz eines professionellen Personalberaters. Im Zusammenspiel mit dem Headhunter gestaltet sich die Suche nach einem neuen Chef in der Regel effizienter und schneller. Dies beginnt bei der Diskussion über das Anforderungsprofil und endet mit dem Vertragsabschluss. Während der Experte die Bewerber auf Herz und Nieren prüft, kann der Seniorchef seinen Abschied aus dem Unternehmen vorbereiten.

So planen Sie für den Tag X
 

So planen Sie für den Tag X

Erste Phase

Erstellen Sie etwa 15 Jahre vor dem Wechsel gemeinsam mit einem neutralen Berater einen Nachfolgeplan. Fördern Sie potenzielle Kronprinzen im Unternehmen. Sichern Sie Ihre Altersvorsorge, indem Sie Privatvermögen aufbauen.

Zweite Phase

Arbeiten Sie zehn Jahre vor dem Ausstieg einen internen Nachfolger ein. Ist kein Anwärter aus der Familie oder dem Betrieb in Sicht, sind alternative Strategien mit externen Fachkräften festzulegen. Erarbeiten Sie die strategischen Ziele einer Übergabe, und analysieren Sie, ob ein Rechtsformwechsel notwendig ist.

Dritte Phase

Schalten Sie spätestens fünf Jahre vor dem Tag X einen Headhunter ein. Entwickeln Sie mit Ihrem Nachfolger ein Konzept für die Übergabe. Legen Sie darin fest, wann er welche Kompetenzen übernimmt und wie dies nach außen dokumentiert werden soll. Regeln Sie, ob und wie viele Unternehmensanteile an den neuen Chef gehen.

Mit dem Headhunter auf Nachfolgersuche

Profil: Geben Sie dem Personalberater ein möglichst komplettes Bild von Ihrem Unternehmen und den Anforderungen Ihres Jobs. Entwickeln Sie gemeinsam einen Steckbrief für den neuen Chef. Legen Sie für die Kandidaten Suchkriterien wie Branche oder Größe des Unternehmens fest, in dem sie vorher beschäftigt waren.

Qualitätskontrolle: Informieren Sie sich fortlaufend über den Stand von Suche und Auswahl. Verlassen Sie sich nicht auf die Papierform des Bewerbers und die Interviews des Personalberaters. Fordern Sie den Headhunter auf, seine Vorselektion zu begründen.

Entscheidung: Prüfen Sie im persönlichen Gespräch alle Anwärter, die in die engere Wahl gekommen sind. Erst wenn Sie absolut sicher sind, dass die ausgewählte Person der Aufgabe gewachsen ist, schließen Sie einen Anstellungsvertrag. In dem Papier sollten alle Rechte und Pflichten des künftigen Unternehmensleiters aufgeführt sein.

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