Finanzielle Bildung gehört in die Schule
Anfang Juli haben Mika und Timo Gölitz in Rüsselsheim erfolgreich die Ausbildung beim Geldlehrer e. V. abgeschlossen. Beide dürfen sich nun zertifizierte Geldlehrer nennen.
Eine besondere Auszeichnung: Mika ist mit 17 Jahren der jüngste zertifizierte Geldlehrer im deutschsprachigen Raum.
Während der mehrtägigen Ausbildung ging es nicht nur um finanzielles Fachwissen. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie Geldthemen verständlich, lebensnah und altersgerecht an Schülerinnen und Schüler vermittelt werden können.
Denn junge Menschen treffen häufig schon früh wichtige finanzielle Entscheidungen – beim ersten eigenen Einkommen, beim Handyvertrag, beim Autokauf, bei Krediten oder beim Einstieg in das Sparen. Das notwendige Grundwissen wird im regulären Schulalltag jedoch oft nur am Rande behandelt.
Was lernen Schülerinnen und Schüler im Geldunterricht?
Der Geldunterricht vermittelt praxisnahe finanzielle Grundkenntnisse. Die Jugendlichen lernen, finanzielle Zusammenhänge selbst zu verstehen, zu berechnen und kritisch zu hinterfragen.
Zu den möglichen Unterrichtsthemen gehören:
* bewusster Umgang mit Geld
* Einnahmen, Ausgaben und Haushaltsplanung
* Brutto und Netto verstehen
* Sparen, Zinsen und Zinseszinsen
* Kredite und Finanzierungen vergleichen
* Inflation und Kaufkraftverlust berechnen
* gesetzliche Rente und Altersvorsorge verstehen
* finanzielle Ziele und eine eigene Lebensplanung entwickeln
Der Unterricht ist dabei nicht als trockener Frontalunterricht aufgebaut. Die Schülerinnen und Schüler werden aktiv einbezogen, rechnen eigene Beispiele durch, diskutieren finanzielle Entscheidungen und lernen, Angebote selbstständig zu beurteilen.
Der Lehrplan des Geldlehrer e. V. empfiehlt den Geldunterricht insbesondere ab der 9. Klasse sowie im ersten Berufsschuljahr. Inhaltlich kann der Unterricht flexibel an die jeweilige Schule, Klassenstufe und verfügbare Unterrichtszeit angepasst werden. Geldlehrer Plan kurz.pdf
Ehrenamtlich, neutral und werbefrei
Besonders wichtig ist uns die klare Trennung zwischen finanzieller Bildung und geschäftlichen Interessen.
Der Geldunterricht erfolgt:
* ehrenamtlich
* neutral
* werbefrei
* ohne Produktverkauf
* ohne Vermittlung von Verträgen
Es geht nicht darum, Jugendlichen bestimmte Finanzprodukte zu empfehlen. Vielmehr sollen sie lernen, selbst zu rechnen, Fragen zu stellen, Risiken zu erkennen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Finanzielle Bildung für Leer und Ostfriesland
Nach den Sommerferien möchten Mika und Timo das Thema finanzielle Bildung gemeinsam mit regionalen Schulen in Leer, Ostfriesland und der näheren Umgebung angehen.
Möglich sind beispielsweise einzelne Projekttage, Unterrichtseinheiten, Arbeitsgemeinschaften oder längerfristige Unterrichtskonzepte. Auch Berufsschulen und weiterführende Schulen können den Geldunterricht flexibel in bestehende Fächer oder Projektwochen integrieren.
Durch ihre bisherigen MoneyTalk-Vorträge verfügen Mika und Timo bereits über Erfahrung darin, finanzielle Themen verständlich und praxisnah zu erklären. Die Geldlehrer-Ausbildung ergänzt diese Erfahrung nun um ein speziell für Schulen entwickeltes Unterrichtskonzept.
Unser Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für Geldthemen zu sensibilisieren und ihnen Fähigkeiten mitzugeben, von denen sie ihr gesamtes Leben profitieren können.
Denn finanzielle Bildung gehört genau dorthin, wo junge Menschen auf ihre Zukunft vorbereitet werden:
in die Schule.
Schulen, Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen aus Leer und Ostfriesland können sich gerne mit uns in Verbindung setzen.